OCM in der Presse

In regelmäßigen Interviews und Beiträgen in verschiedenen Medien geben unsere Spezialisten Einblick in ihre Arbeit und hilfreiche Tipps zur Erhaltung ihrer Gesundheit.

03. Januar 2015

PD Dr. Hube im tz-Interview: Weiterentwicklung auf dem Gebiet des Gelenkersatzes „Übung macht den Meister“

Er zählt zu Deutschlands erfahrensten Endoprothetikern: Privatdozent Dr. Robert Hube setzt jedes Jahr mehrere hundert künstliche Hüft- und Kniegelenke ein. Im tz-Interview analysiert der Fachmann der Orthopädischen Chirurgie München (OCM), wie sich die Medizin auf dem Gebiet des Gelenkersatzes entwickelt hat.
 
Immer mehr künstliche Knie und Hüften müssen wieder ausgetauscht werden – woran liegt’s: Wird die Qualität der Implantate schlechter, oder machen die Ärzte mehr Fehler?
PD Dr. Robert Hube: An keinem von beiden! Es wäre unseriös, die Zahlen so zu deuten. Man muss sich schon genauer anschauen, warum mehr Implantate ersetzt werden müssen als noch vor einigen Jahren. Fakt ist: 90 bis 95 Prozent der Endprothesen halten deutlich länger als zehn Jahre. Inzwischen laufen bei uns in Deutschland aber viele Patienten schon doppelt so lange – also 20 Jahre oder noch länger – mit künstlichen Gelenken herum. Dass dann mal ein Wechsel notwendig werden kann, ist nur logisch. Dazu kommt: Unsere Patienten sind heute viel aktiver, und die Lebensdauer eines Implantats hängt auch damit zusammen, wie stark es der Patient belastet.
 
Die neue Generation der Prothesen soll doch wesentlich stabiler sein…
Dr. Hube: Das stimmt. Aber wir tauschen ja jetzt vor allem ältere Implantate aus. Die Modelle, die wir vor cira 20 Jahren zur Verfügung hatten, waren noch nicht so hochwertig wie heute – gerade, was die Qualität des Kunststoffs betrifft.
 
Sollte man sich als Patient also genau über sein Prothesenmodell informieren?
Dr. Hube: Das bringt wenig. Es gibt leider nicht das eine perfekte Modell, das zu jedem Patienten passt. Ein erfahrener Arzt verfügt über eine ganze Auswahl verschiedener Implantatsysteme und wählt für jeden das passende aus. Spezialisierte Gelenkersatz-Zentren arbeiten mit seriösen Herstellern zusammen. Ihre Prothesenmodelle sind allesamt zertifiziert, sie haben quasi ein Prüfsiegel.
 
Und woher weiß ich als Patient, dass mein Doktor auch wirklich das geeignete Modell auswählt?
Dr. Hube: Ich würde einem Arzt vertrauen, der viel Erfahrung hat. Nur durch Erfahrung lassen sich Fehler minimieren. Auch bei uns gilt eine einfache Faustregel: Handwerk lebt von der Frequenz, und Übung macht den Meister.
 
Lässt sich die Erfahrung eines Spezialisten messen?
Dr. Hube: Ein erfahrener Endoprothetiker sollte mindestens 100 Eingriffe pro Jahr machen.